Silvester

Was haben wir gestern wieder gesoffen. Na hör mal, war das abartig.

Ich bin noch nicht in der Stimmung groß zu schreiben, denn meine Gehirnwindungen müssen erst neu gelegt werden. Ich bin am Ende. Aus. Fertig. Ich hab gelacht, geschrien, getobt, getanzt, geküsst, geknutscht, wieder gelacht. Und jetzt sitze ich halb tot vor den Gerätschaften.

Zuerst gab es Raclette bei Fräulein Schmidt und Partnerin, bei denen ich mich noch extra bedanken muss. Denn es war das schönste und witzigste Silvester. Trotz anfänglichen Stromausfällen durch das defekte Raclettegerät verlief der Abend wunderbar. Das Bier lief in Strömen, der Schnaps beruhigte unsere vollgestopften Bäuche. Es war eine verdammt kreative Runde, die Witze und Geschichten waren allesamt ein Buch wert und haben mich manchmal fast ersticken lassen. So erzählte Herr M. eine Geschichte, eigentlich keine Geschichte sondern eine true Story, in der ein Mann sich keine Gesichter merken kann und auch ohnmächtig wird, wenn er lachen muss. Meine Fresse, was haben wir da assoziert. Lachtränen in Bächen.

Kurz vor zwölf war es dann soweit. Bombetten-Batterien, Feuervögel, Fontenen, Stars of Trinadad, Sternrakenten, ganze Rakentesortimente sogar. Wir hatten einfach alles. "Ihr müsst euch nur ums Feuerwerk kümmern! Den Rest erledigen wir!" hieß der Befehl von den Damen. Wir standen standen von der großen Meute zwar ein wenig abgelegen, doch unser Feuerwerk machte das wieder wett. Fräulein Schmidt bekam dann blöderweise noch ein Stückchen Feuerregen ins Auge, es war danach ein wenig gerötet, kaputtgegangen ist aber nichts.

"Her mit dem Nuttensprudel!" schrie Hugo die ganze Zeit. Hugo hatte eine Riesenflasche Sekt mit dabei und wurde immer von der Angst begleitet, andere könnten zuviel wegtrinken. Zum Schluss hatte er dann auch fast zwei Liter selbst gesoffen. Ein Mann muss schon sehr viel Erfahrung mit dem Alkohol haben, um zwei Liter Schaumwasser im Magen zu transportieren, ohne sich dabei zu übergeben. Um Mitternacht gab es Umarmungen und eine Zigarre, welche man vor dem Rauchen auch abbeißen musste.

Der Rest des Abends verlief chaotisch und witzig wie schon lange nicht mehr. Zuerst war Party im Prachtclub Conrad Sohm. Herr M. bestellte Getränke, welche soviel Geld kosteten, dass andere sich damit ein Auto hätten kaufen können. Ich hatte schon vorher Whiskey Cola getrunken, trink ich selten, wegen den Folgen. Und der zeigte langsam seine Wirkung. Ich konnte mich inzwischen selbst unterhalten, mein Blick bekam einen wohligen Schleier.

Meine beiden Schwestern tauchten plötzlich auf, mit denen ich dann auch weiterfuhr. An genaues erinnere ich mich dann nicht mehr so wirklich, Phrasen und Momente hab ich im Kopf, mehr nicht. Ich hab mit einer rumgemacht, das weiß ich noch. Aber irgendwie hat da etwas nicht geklappt. Sie knutsche plötzlich mit einem anderen. War wohl eine Silvester-massen-Knutsche.

Bis um acht in der Früh hab ich durchgehalten. Dann bin ich heim und hab abgeschalten. Die Motorik fehlt mir immer noch komplett und das morgige Arbeiten gefällt mir momentan gar nicht.


Solverat | 1. January 2007 | - Kategorie: History | Tags:, ,



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