Der Raucher und die Zwiebeln

Wir haben ein kränklichen Lehrling, ich habe bereits über ihn berichtet, der ziemlich kaputt herumläuft. Er klagte öfters über Übelkeit und Taubheit in der linken Hand. Die Woche vor Weihnachten ist er dann nicht mehr arbeiten gekommen, weil er sich einer riesen Routineuntersuchung unterziehen musste. Diesen Dienstag kam er wieder. Die Attests stünden noch aus, der Arzt habe aber etwas im EKG oder so gefunden, meinte er. Am Abend des gleichen Tages ging er nochmal zum Arzt weil ihm wieder übel wurde. Dieser schickte ihn sofort ins Krankenhaus, dessen Ärzte ihn gar nicht mehr gehen ließen.

Er würde sich am Freitag melden. Wenn er bis dahin noch lebt, spöttelte ich ungerecht in Gedanken.

Bevor er bei uns anfing zu arbeiten, war er Fahrer für diverse Firmen. Er erzählte, dass er damals zwei Schachteln am Tag geraucht habe. Im Auto lagerte er immer zwei verschiedene Sorten. Einmal Marlboro, die normalen und einmal Marlboro, die 100´s. Die langen. Und je nach Länge der Fahrt steckte er sich die passende Größe.

Tja, jetzt rächt sich das Leben, obwohl er das Rauchen schon seit längerem aufgegeben hat.

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Ich habe gestern Abend ein nicht getoastetes Toastbrot mit Ketchup bestrichen und darauf eine halbe rohe Zwiebel raufgeschnippelt. Und weil ich nichts anderes hatte, bastelte ich mir gleich nochmal eins. Danach drückte ich mir eine halbe Stunde lang Zahncreme in die Goschn (auch Maul, Mund oder Rachen genannt) und es brachte reichlich wenig. Heute Morgen hab ich das Tubendrückspiel wiederholt. Und als ich später im Büro den ersten Schluck Kaffee nahm, schmeckte dieser nach Zwiebeln.

Nur mal so erwähnt. Keine Toast-Ketchup-Zwiebel Spielchen mehr, obwohl es nicht mal so schlecht war.


Solverat | 4. January 2007 | - Kategorie: History | Tags:, ,



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