Der Pate

Gestern Abend fragte mich mein kleiner Cousin, ob ich sein Firmpate sein wolle.
Da fragen sich viele, was das wohl ist. Einfache Sache. Ich bin jetzt ein Pate. Ich sorge dafür, dass der Kleine immer genug Stoff hat, dass seine Feinde von meinen Untermännern beseitigt werden und das er sein Handeln nicht mehr vor seinem Vater, sondern vor mir rechtfertigen muss.

Eigentlich eine Ehre, für diesen Job auserwählt geworden zu sein. Mit zwölf bittet man seinen nettesten Verwandten um diesen Gefallen. Und da ich den Jungs einen PC installierte und aufrüstete, die coolsten Games besorgte und mit ihnen die größten Lego-Technik Monster bastelte, erfüllte ich wohl die Kriterien, die sich ein 12 Jähriger so zurechtlegt. Das ist Tradition. Kirchliche Tradition. Hab ich genauso gemacht.

Jetzt muss ich mir nur noch überlegen, was ich an dem gemeinsamen Tag unternehmen werde. Was das wieder Geld kosten wird. Ein Tag im Europapark? Zwei Tage im Europapark vielleicht, damit ich am Abend noch die ein oder andere Bar aufsuchen kann, während der Kleine im Zimmer pennt, erschöpft vom Plündern meiner Geldtasche, sofort eingeschlafen mit Zuckerwatte und fünfzig Spielsachen in der Hand. Oder vielleicht ein Besuch in der Bavaria Filmstadt. Wäre auch interessant.

Ich muss schauen, dass meine Karre bis dahin durch etwas besseres ersetzt wird. Ansonsten verbringen wir diesen Tag auf der Autobahnraststätte. Wäre auch nicht schlimm. Bekommt er eben Schnitzel und Pommes soviel er will, Eis und Schokolade zum Nachtisch und dann zocken wir an diesen Arcadeautomaten bis sie glühen.

Ein wenig Zeit hab ich noch. Bis Juni.


Solverat | 6. February 2007 | - Kategorie: History | Tags:, ,



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