Flußkrebs

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Ja, gestern gab es Flußkrebs. Zuerst schick ich aber eine Videobotschaft von Herr M. voraus. Wer danach noch Lust hat, wer noch kann und wer noch will soll danach weiterlesen.


Whiskeyverkostung
stand wieder an. Leider vergaß ich an diesem Abend, mein eigenes Bier mitzubringen. Denn ich habe dazu gelernt. Außer Whiskey und Wasser gab es dort nichts.

An diesem Abend war ein weiterer Gast dabei. Ich kannte ihn nicht, ich wusste nur, dass er noch nie bei einer Whiskeyverköstung dabei war. Du wirst noch dein blaues Wunder erleben, dachte ich, als er die ersten zwei Runden gierig runterspülte. Thomas, der ehrenwerte Gastgeber legte bei klassischer Musik ein Tablett Lachsbrötchen auf.
"Hast du Bier da?" fragte ich. Versuchen musste ich es. "Nein. Doch, Stiegl. Ist aber schon abgelaufen." Der Neue winkte ab. "Bier hält ewig, das kann nicht ablaufen." Er studiert Chemie, also vertraute ich ihm. Thomas brachte eine Flasche, dessen Inhalt ich gleich schäumend in ein Bierglas kippte. Kurzes Nippen und mein Abend war gerettet. Das Bier schmeckte.

Mehrmals an diesem Abend wurde mir schlecht. Ich weiß nicht ob es am Bier, am Whiskey oder an der Sezierung des Flußkrebses lag. Es waren einfach zu viele Reize auf einmal, glaub ich.

Der Neue wurde langsam benebelt. "Boa, ich glaub das halt ich nicht aus. Bei der wievielten Runde sind wir?" fragte er vorsichtig. Thomas grinste. "Runde 3. Jetzt kommt Runde 4." Ich lachte. Wir waren mindestens bei Runde 10 angelangt. Aber die Zahlen haben an diesen Abenden sowieso keine relevante Rolle. "Was glaubst du wohl, warum ich ein, vor einem halben Jahr abgelaufenes Bier sauf?" grinste ich ihn an. "Whiskey muss man vertragen, sonst tötet er dich." labberte ich wichtig weiter, während ich das dunkle Bier im Glas kreisen ließ. Thomas räumte ab und stellte ein Tablett Kekse auf den Tisch. Ist so üblich in Schottland, der Mix. Sagt Thomas zumindest. Wie bei den Türken. Die essen auch oft abwechselnd scharf - süß.

An die 16 Whiskeyrunden müssen es im gesamten gewesen sein. Dazwischen aß ich Lachsbrötchen mit Kaviar, Teile eines Flußkrebses, Käsebrötchen, Kekse, Chips und dazu trank ich zwei Flaschen altes Bier. Das ich heute lebe, ist mir ein Rätsel. Wirklich.

Wir bekamen auch Bücher geschenkt. Werke von Robert Burns. Ein Typ aus Schottland, der jeden Tag ein Liter Whiskey gesoffen hatte und in seinem Wahn dann Bücher schrieb. Ein Robert Burns Buch kann man vielleicht lesen. Mit sehr guten Englischkenntnissen kann man das sogar schön lesen. Aber verstehen tut man kein Wort. Was der in seinem Dusel für Sachen beschrieb, ist schier unglaublich. Sorry, Schotte. Ist ein Volksheld von euch. Ich weiß. Aber ich muss ja nicht alles verstehen.

Für Thomas gehört das natürlich Allgemeinbildung und somit sind diese Bücher Pflichtlektüre.


Solverat | 18. February 2007 | - Kategorie: History | Tags:, ,



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