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Melde mich von meinem Wochenendausflug, welcher untypischerweise unter der Woche stattfand, zurück. Braungebrannt und frisch verliebt, mit meinem heißen Wagen an meiner Seite stürze ich mich nun wieder in das triste Dasein.

Eine kleine Träne wischte ich schon aus meinem Gesicht, als ich meiner treuen, kleinen aber zuverlässigen Rostmühle auf das Dach klopfte. Wir hatten eine gute Zeit. Öl musste ich nie nachfüllen, ich guckte nie auf den Reifendruck und statt Benzin verbrannte sich für mich auch mal Nitro, Urin oder Schnaps. Sie meckerte nie und beanstandete niemals irgendetwas.
Sie ließ zum letzten mal noch ein paar Kabel funken, als ich sie vom hässlichen Autoradio befreite und umhüllte meine Nase in eine Wolke aus duftendem Elektroschrott.
Aber ich blieb stark. Die Zeit heilt alle Wunden. Und über meine Sehnsucht hilft mir das schwarze Ungetüm, dass ich glücklicherweise mein Eigen nennen darf, hinweg.

Herr Semsetin war auch zufrieden mit der neuen Karre. „Gute Fahrt!“ sagte er mir, auf die Schulter klopfend. „Gutes Auto!“ Wenn Herr S. dieses Auto als gut bezeichnet, dann darf man zufrieden sein. Gleich nach dem TÜV kommt Herr S. mit seinem Wissen über die KFZ-Welt. Und das soll was heißen. Früher, da hat er im Dunkeln Autos über die Grenze geschmuggelt. Autos kaufte man damals nicht in Österreich. Nein. Lieber die Teile aus Deutschland, Polen oder so herschaffen.

Nein, ich bin nicht materiell. Aber schreiben lässt sich`s gut darüber.


Solverat | 14. March 2007 | - Kategorie: History | Tags:, ,



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