Katzenjagd

Das neue Auto steht gut auf seinem Parkplatz. Jedoch gibt es ein kleines Problem. Die Katzen setzen sich in der Nacht auf mein Dach und glotzen in die Ferne. Warum sie das machen, ist mir völlig unklar, da in der Nacht das Auto keine Wärme ausstrahlt und auch zum Liegen bestimmt nicht angenehm sein kann. Dennoch finde ich jeden Morgen eine Katzenspur, welche auf der Motorhaube beginnt und dann in einem Gesudel aus Dreck und Pfotenabdrücke auf dem hinteren Teil des Daches enden.

Es muss etwas getan werden. Mein Vater ist für solche Probleme die richtige Adresse. „Es gibt da so ein elektronischen Katzenvertreiber. Es sendet bei einer Bewegung einen hohen Ton aus und vertreibt damit die Viecher.“ erklärte er mir. „Ich werd mal im Internet schauen, was es da gibt.“ Eigentlich könnte ich das ja auch, aber dann hätte mein Vater kein Stichwort mehr, welches er bei Google eingeben könnte. Und ich wollte ihm keine Arbeit wegnehmen.

Ein paar Tage später kam ich wieder auf das Thema zu sprechen. Wir saßen am Mittagstisch. „Aja. 40 Euro kostet so ein Teil. Ist auch nicht geschenkt.“ erklärte Vater informiert. Ich hustete. „40 Euro für son Signalpieper? Das ist ja ein Wucher!“ schimpfte ich. Vater grinste und wischte mit der rechten Hand über den Tisch. „Ein Gewehr!“ sagte er leise. „Ein Gewehr und eine Nachtschicht. Und das Problem wäre gegessen.“ Ich lachte. Meine Mutter schimpfte.

Ein Gewehr und eine Nachschicht. Wenn man genau darüber nachdenkt, könnte man damit eigentlich viele Probleme aus der Welt schaffen. Nein, lieber nicht genau darüber nachdenken.


Solverat | 18. March 2007 | - Kategorie: History | Tags:, ,



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