Zufall

Heute bekam ich ein großes Kuvert per Post zugesandt. Es waren die Versicherungsunterlagen für das neue Auto. Auflistung der KFZ Haftpflichtversicherung, Prämien, Kostenaufstellung und das ganze Zeugs eben. Alles zusammen war es ein ordentlicher Stapel an Zettel, auf dem ganz oben ein kleines, gelbes Post-it klebte. "Ich wünsch dir viel Freude mit deinem neuen Schlitten, den seltsamerweise ich bearbeiten durfte." stand drauf. Sehr untypsich für eine Versicherung, so persönlich zu sein.

Ich musste zuerst ein wenig überlegen, wo ich den darunter geschriebenen Namen zuordnen sollte. Dann fiel es mir ein.

Wir hatten eine kurzzeitige, chaotische Beziehung. Sie war eine Emanze. Eine Frau, die wusste was sie wollte. Partysau und Arbeitstier zugleich. Sie war blond und liebte Monty Python. Ich war nicht blond, liebte aber auch Monty Python. Eigentlich lieb ich die immer noch.
Nunja, kurz vor meinem Einzug ins Bundesheer beendete ich die Beziehung. Was weiß ich warum. Beziehungsangst vielleicht. Zuviel Verantwortung. Stuff like that. Sie konnte es jedenfalls nicht wirklich verstehen, damals.

Über die Sache ist mittlerweile Gras gewachsen, nach ein paar unfeinen Treffen in Lokalen an Wochenenden verloren wir uns aus den Augen. Bis zum heutigen Tag, als ich ihre Zeilen las. Arbeitet sie also immer noch bei dieser Versicherung.

Das von ihr geschriebene mag vielleicht ganz nett klingen, angesichts der horrenden Summen, die die Versicherungsanstalt von mir aber monatlich abverlangt, ist das möglicherweise nur ein taktisch überlegtes Verkaufsgrinsen, welches gleichzeitig ein riesen Küchenmesser hinterm Rücken bereithält.

Denn merk dir eins: Eine enttäuschte Frau ist der schrecklichste Feind auf Erden!

Achwas, ich fands trotzdem ganz lieb.


Solverat | 23. March 2007 | - Kategorie: History | Tags:, ,



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