Weihnachten

Den Abend hab ich gestern vor dem TV verbracht. Ich war nicht mehr in der Lage irgendetwas produktives zu machen. Das hat aber auch etwas gutes, denn ein Sonntag Morgen verbinde ich normalerweise mit sehr viel Kopfweh und Übelkeit. Und da ich gestern Abend einmal keine Gehirnzellen zerstörte - stimmt nicht ganz, der erotische Film auf VOX hat dann doch noch ein paar kaputt gemacht - konnte ich heute mal so richtig kreativ sein. Und so saß ich den ganzen Tag im Studio und hab gebastelt, geklebt, gereimt und Geschenke verpackt.

Meiner Mum schenk ich die Sarah Brightman Classics, sie liebt den Song time to say goodbye, das Duett mit dem Blinden. Und ich mag Sarah Brightman eigentlich auch sehr gerne, sie hat wohl die atemberaubendste Stimme aller Zeiten, eine Wahnsinnsfrau. Verpackt hab ich die CD zum Schluss, sie lief bis jetzt in meinem CD Player.
Mir selbst hab ich das hier geschenkt. Oh ja, das musste einfach sein. Ich glaube, niemand auf der ganzen Welt hat sich selbst ein beschisseneres, niveauloseres und dümmeres Weihnachtsgeschenk gemacht, aber bitte.

Um sechs sitzt die Familie dann klassisch in der Küche und singt Weihnachtslieder. Ich hasse singen, ich singe immer absichtlich falsch um von den anderen bös angeblickt zu werden. Dann hör ich auf und die anderen geben sich zufrieden. Wer danach die Türe zum Wohnzimmer öffnen darf, ist heute noch ein Kampf. Ich meine, wir sind alle erwachsene Menschen, in dieser Sache aber werde ich das Recht noch mit achtundneunzig erkämpfen. Wenn es sein muss mit Krücke und Heizkissen. Bis heute ist es eine strenge Tradition bei uns, das der fertig geschmückte Baum von uns Kindern nicht gesehen werden darf. Besonders nicht mit den Geschenken darunter. Und da ist es natürlich eine Ehre, als erster das Wohnzimmer zu betreten. Mittlerweile sollte diese Ehre dem Stammesältesten gelten, in diesem Falle Vater. Der hat aber nur Augen für Kekse und Wein. Mehr braucht der nicht am 24. Türeöffnen ist ihm scheißegal.

Als ich drei oder vier war und mein Hirn zum ersten Mal auch etwas speichern konnte was ich sah, brachte ich beim Anblick des Christbaumes nicht mehr als ein "Biebbom" raus. Was soviel heißt wie "Christbaum".
Dann bin ich in eine Art Trance gefallen, das meine Mum schon Angst bekam, ich könnte einen Knacks bekommen haben. Hab ich auch. Sie weiß es nur nicht.

Ich werde nun alles ausschalten, die Geschenke einpacken und ins Elternhaus huschen. Nach der Bescherung noch mit Herrn M. ein Bierchen in der nächsten Bar kippen und den Abend genießen. Euch allen ein frohes Fest und einen schönen Abend.


Solverat | 24. December 2006 | - Kategorie: History | Tags:, ,



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